Die 8 schrägsten Single-Gerüchte

Sind Singles grundsätzlich komisch, einsam und frustriert? Haben sie wirklich Unmengen an Zeit? Und beneiden sie Paare vor allem um deren Sex? – (Fast) alles falsch, sagt Christiane Henrich, und räumt gründlich in der Single-Gerüchteküche auf.

Geht nicht, gibt's nicht

Eigentlich wollte sie alles hinschmeißen. Den Job als Bauleiterin an den Nagel hängen. So hatte sie keinen Spaß mehr. Ständig macht ein Kollege Eva Schröder das Leben schwer.

Krankheit, Krieg und Katastrophen

Sie steht in einer Wüste aus Staub und Beton. Alles ist grau. Der Boden, ihre Haare, die Kleidung, die Trümmer, einfach alles. Selbst die Luft, die sie einatmet, schneidet wie feines Gestein in der Lunge. Wind bläst ihr die verbrannte Erde ins Gesicht.

Elf Freunde müsst ihr sein

Selbst bei 130 Sachen auf der  Autobahn ist die Botschaft nicht  zu übersehen: „A time to make friends“  – Zeit, Freundschaft zu schließen – steht  bunt leuchtend auf einer riesigen Plakatwand  kurz hinter Kassel.

Macht Scheitern gescheit?

„Hast du jemals etwas so schön  zusammenbrechen sehen?“,  fragt Alexis Sorbas, als die Seilbahn, die er in wochenlanger Arbeit gebaut hat, in sich zusammenstürzt. Der Held aus Nikos Kazantzakis berühmtem Roman flüchtet nicht in Depressionen.

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Von Hollywood nach Deutschland - und wieder zurück?

Yola Entz und ihre Familie finden nach ihrem Umzug nach Deutschland keine Wohnung

Von Yola Entz


Yola Entz gab vor Jahren ihr schönes, bequemes Leben in Hollywood auf und zog mit ihrer Familie nach Deutschland, um sich für Vergebung und Versöhnung einzusetzen. Doch zunächst ging erst einmal gar nichts glatt: Die Familie findet über Monate hinweg keine Wohnung. Ihr droht die Obdachlosigkeit. Hätte sie sich damals vielleicht anders entscheiden sollen? Die heute 84-Jährige erinnert sich:

Mit großem Hallo wurden wir 1959 in Wuppertal empfangen – dem Ziel unserer Träume! Vieles war diesem glücklichen Tag vorangegangen: Eine Begegnung in Hollywood, wo wir damals lebten, ein gemeinsames Essen, bei dem unser Wunsch, Gott in Deutschland zu dienen, zur Sprache kam, und dann eine persönliche Einladung, eine verwaiste Jugendgruppe in Wuppertal zu übernehmen. Zunächst zögerten wir: Unsere Gemeinde in Hollywood konnte die finanziellen Kosten für unsere fünfköpfige Familie nicht übernehmen, und wir konnten so schnell auch keinen Freundeskreis zusammenstellen. Es wäre ja unverantwortlich gewesen, mit drei Kindern, die Jüngste gerade mal drei Jahre alt, aus einer gesicherten Existenz auszubrechen und in die Ungewissheit zu gehen. Doch das nagende Wissen, Gottes Ruf ungehorsam zu sein, ließ uns keine Ruhe. Bis tief in die Nacht hinein drängte sich uns immer wieder die Frage auf: Wie sieht Jüngerschaft im praktischen Alltag des 20. Jahrhunderts aus? Endlich verhalf uns Gott mit einem Bibelwort zu einer Entscheidung: „Und mein Gott wird euch aus seinem großen Reichtum, den wir in Christus Jesus haben, alles geben, was ihr braucht“ (Philipper 4, 19) – eine Verheißung, unter die wir unseren Namen im Glauben schreiben konnten. Wir packten, zogen los – und nun waren wir endlich angelangt!

Aus Euphorie wird Ernüchterung

Aber die Euphorie wich schnell der Ernüchterung, als wir zur Übernachtung in ein Hotel geführt wurden. Mein Mann überschlug schnell die Kosten. Da unsere Mittel begrenzt waren, schlug er vor, dass ich mit den Kindern zu Freunden in Berlin ziehen sollte, während er vor Ort eine Wohnung suchte. Nach sieben Wochen unermüdlichen, aber erfolglosen Suchens fuhr ich zu meinem Mann. Ich konnte nicht glauben, dass Gott uns gerufen, dann aber keine Wohnung für uns hatte. Aber bald erkannten wir, dass im Jahre 1959 mit 30.000 Wohnungssuchenden die Sache ziemlich aussichtslos war. Wohin nun? Wir stiegen ins Auto und fuhren ziellos und entmutigt in die Richtung, in die der Wagen gerade zeigte. Entlang des Weges hielten wir an, um nach einer Wohnung zu schauen. Am Abend erreichten wir erschöpft und entmutigt Koblenz. Wir waren am Tiefpunkt angelangt. War es richtig gewesen, was wir getan hatten? Hätten wir uns anders entscheiden und in Hollywood bleiben sollen? Das konnte doch nicht wahr sein! Ich war in diesem Moment knapp davor, unseren Schritt ganz und gar in Frage zu stellen. Die Situation war unverantwortlich gegenüber unseren Kindern. Ich fühlte mich unsicher. Hatte ich mich verhört, als Gott uns rief? Hätte ich besser prüfen sollen, ob wir wirklich seinem Willen folgten?

Wieder ohne Dach über dem Kopf


Da griff Gott ein und schenkte uns in Koblenz eine möblierte Wohnung für sechs Monate. Jedes Wochenende fuhren wir nach Wuppertal und suchten weiter. Alle halfen mit. Aber jedes Mal, wenn wir einen Hinweis erhielten und mein Mann sich eiligst auf den Weg machte, wurde ihm die Tür vor der Nase zugeschlagen. Die sechs Monate vergingen, und wieder standen wir ohne Dach über dem Kopf da. „Gott, was tust du uns an? Haben wir nicht alles für dich aufgegeben und uns entschlossen dir ganz zu dienen – und so belohnst du unseren Glauben?“ Ich konnte es nicht fassen! Alle unsere Bemühungen waren zum Scheitern verurteilt. Schließlich fanden wir ein Zimmer in einem heruntergekommenen Haus, aber auch nur für drei Monate. Der dunkle, muffige Raum mit uralten Betten, dem Waschgeschirr nebst Eimer auf einer Anrichte und einem Klo über den Hof war alles andere als einladend. Aber wir hatten keine Wahl. Das Schlimme war, dass immer eins der Kinder krank wurde und die Nachtruhe gestört war. Es schien mir von Tag zu Tag unerträglicher. Dazu kam die Enttäuschung, dass trotz aller Bemühungen und Gebete Gott scheinbar untätig zusah, wie wir uns abmühten. Ja, er schien vielleicht sogar noch Freude daran zu haben, uns zu enttäuschen, indem er uns zwei Mal die Aussicht auf eine Wohnung zunichte machte, nachdem wir ihm schon dafür gedankt hatten.

Motive geprüft

Endlich erkannten wir, dass Gott dabei war, unsere Motive zu prüfen und uns wichtige Lektionen des Vertrauens beizubringen. Wir beschlossen, absolut nichts mehr zu tun und nur auf ihn und sein Handeln zu warten. Das war die schwerste Lektion meines Lebens. Dazusitzen und auszuharren, während die Umstände an meinen Nerven zerrten. Zu warten und loszulassen, während alles in mir nach Aktivität schrie. Wie kann ich hier sitzen und nichts tun, während die Tage vergehen und nichts geschieht? Langsam kam ein Gedanke mehr und mehr ins Bewusstsein, setzte sich fest und machte sich breit: „Ihr sucht schon fast neun Monate nach einer Wohnung. Alle werden verstehen, wenn ihr wieder zurück in euer finanziell abgesichertes Leben geht und dort weitermacht. Gib zu, dass es dumm und unverantwortlich war, Gott so blauäugig zu vertrauen. Euer schönes Haus – und dieses Verlies hier! Gib zu, ihr habt einen Fehler gemacht!“ Die Versuchung war stark, aber Gott ließ nicht zu, dass sie uns überwand. Ein christliches Ehepaar aus der Nachbarschaft ermutigte uns jedes Mal, wenn wir am Aufgeben waren, noch ein bisschen durchzuhalten. Sie erinnerten uns daran, dass Gott uns gerufen hatte und wir diesem Ruf aufgrund seiner Verheißung gefolgt waren. Würden wir jetzt aufgeben, dann würde auch unser Glaube an Gottes Verheißungen und seine Führung ins Wanken geraten. Außerdem beteten sie schon seit langem, dass Gott jemanden nach Koblenz senden würde, der jungen Leuten von Jesus erzählt. Ihre Zuversicht stärkte uns.

Neue Aussicht


Zum dritten Mal gab Gott uns die Aussicht auf eine Wohnung, und nun hatten wir gelernt, alles loszulassen und auf sein Handeln zu warten. Endlich hatten wir Frieden im Hinblick auf die Unmöglichkeit unserer Situation gefunden, indem wir voller Erwartung auf den blickten, für den es kein „unmöglich“ gibt. Auf die Frage von Bekannten „Was werdet ihr tun, wenn ihr hier heraus müsst?“ konnten wir entspannt und zuversichtlich sagen: „Wir wissen es nicht, aber Gott weiß es. Wir haben es in seine Hände gelegt.“ Nicht eine Minute zu spät, sondern genau an dem Tag, als wir ausziehen mussten, schenkte er uns die tolle Wohnung, die er zweimal vor unsere Nase hielt und wieder wegnahm. Wir hatten in dieser harten Zeit etwas Entscheidendes für unsere weitere Laufbahn gelernt: Vertrauen und warten können auf Gottes Stunde! In der neuen Wohnung fingen wir an, junge Leute einzuladen, und ihnen von der Vergebung und Versöhnung durch Jesus Christus zu erzählen – und heute nach über fünfzig Jahren in Deutschland bin ich immer noch hier und danke Gott für ein abenteuerliches und erfülltes Leben in seiner Nachfolge. Wenn ich auf die vergangenen 84 Jahre zurückblicke, bereue ich keine Erfahrung – ganz im Gegenteil, ich bin dankbar für alle Höhen und Tiefen, denn sie haben mir eins gezeigt: „Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen“ (Sprüche 3,5-6).


Yola Entz ist Autorin, Referentin und Mitbegründerin der „Frühstückstreffen für Frauen“.

Ausgabe: Somemr 2010