Editorial :: Winter 2011

jeder glaubt an irgendetwas. Sagen uns Schriftsteller und Philosophen. Und vielleicht auch unser eigener Verstand. „Zu glauben ist schwer, nichts zu glauben ist unmöglich“, schreibt etwa Victor Hugo. Die Frage ist nur: Woran glauben wir?

Editorial :: Herbst 2011

Vielleicht kennen Sie die Geschichte: Wird ein Frosch in einen Topf mit heißem Wasser geworfen, so springt er sofort wieder heraus. Wird ein Frosch in einen Topf mit kaltem Wasser geworfen und das Wasser langsam erhitzt, passt sich der Frosch der Temperatur an, bis er schließlich zu Tode gekocht wird.

Magazin :: Editorial

Editorial :: Herbst 2010




Liebe Leserinnen und Leser,

sie haben uns in die Welt gesetzt, sie haben uns die Windeln gewechselt, sie haben versucht, uns aufs Leben vorzubereiten – und manchmal haben sie ziemlich große Fehler gemacht.  Unsere Eltern. „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel“, forderte schon Johann Wolfgang von Goethe. Dass das nicht immer gelingt, ist bekannt. Doch egal ob das Positive oder das Negative in unserer Kindheit und Jugend überwogen hat: Vater und Mutter haben unser Leben geprägt. Das gilt auch dann, wenn Eltern oder Elternteile abwesend waren, Kinder sie schmerzhaft vermisst haben. Und nicht selten sitzen Mütter oder Väter unsichtbar als moralische Instanz, Vorbild, Wunschvorstellung oder Hassfigur noch weit bis ins Erwachsenenalter mit uns am Küchentisch oder Arbeitsplatz und beeinflussen unser Verhalten und eigenes Beziehungsleben.

Denn was geben wir selbst an unsere Kinder weiter, sofern wir welche haben? Wofür stehen wir mit unserem Leben? Welche Werte leben wir? Und was würden wir dem eigenen Nachwuchs lieber ersparen? Wie kommen wir heraus aus Fallen, die wir vielleicht bei unseren Eltern wahrgenommen haben, aber selbst vermeiden wollten? Was macht gute Eltern insgesamt aus? Denkanstöße und Erfahrungsberichte gibt’s in unserem Titelthema ab Seite 40.

Gute Führung ist nicht nur in der Erziehung wichtig.
Auch im Arbeitsleben sind solche Qualitäten gefragt. Einer, der vieles über Führung im Reitstall gelernt hat, ist der Unternehmer und Management-Berater Bernd Osterhammel. „Pferde spiegeln unser Dasein auf direkte und zutiefst ehrliche Art“, hat er immer wieder erlebt. Was Osterhammel bei den Pferden über Vertrauen, Respekt, Folgen und Führen gelernt hat, wandte er zunächst in der eigenen Firma an und gibt er heute an andere Unternehmer weiter. Für den Coach geht es dabei nicht um schnelle Tricks oder Manipulation, hat unsere Autorin Karin Vorländer beobachtet. Osterhammel möchte ein Bewusstsein dafür wecken, dass Vertrauen entscheidend ist: Vertrauen zum Gegenüber, Vertrauen in sich selbst, Vertrauen in etwas, das größer ist als das eigene Leben. „Bei mir ist das der liebe Gott“, erklärt der freundliche Pferdeflüsterer aus dem Rheinland. S. 20.

Herzlich, Ihr Rainer Schacke


Ausgabe: Herbst 2010