Editorial :: Winter 2011

jeder glaubt an irgendetwas. Sagen uns Schriftsteller und Philosophen. Und vielleicht auch unser eigener Verstand. „Zu glauben ist schwer, nichts zu glauben ist unmöglich“, schreibt etwa Victor Hugo. Die Frage ist nur: Woran glauben wir?

Editorial :: Herbst 2011

Vielleicht kennen Sie die Geschichte: Wird ein Frosch in einen Topf mit heißem Wasser geworfen, so springt er sofort wieder heraus. Wird ein Frosch in einen Topf mit kaltem Wasser geworfen und das Wasser langsam erhitzt, passt sich der Frosch der Temperatur an, bis er schließlich zu Tode gekocht wird.

Magazin :: Editorial

Editorial :: Sommer 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

hätte ich doch nur …, könnte ich doch …, wäre ich doch bloß …! Kennen Sie auch dieses Denken im Konjunktiv, das Grübeln über Vergangenes? Zu gerne würden wir manchmal die Zeit zurückdrehen, Geschehenes ungeschehen machen, Entscheidungen anders treffen, Versäumtes nachholen. Oft beginnen solche Gedanken mit dem kleinen Wörtchen „wenn“: „Wenn ich doch nur in der Schule besser aufgepasst hätte, wenn ich doch nur nicht diesen Mann geheiratet hätte, wenn ich doch nur nicht krank geworden wäre, wenn ich doch nur in einem besseren Umfeld geboren worden wäre, wenn ich mich doch damals nicht mit meiner Freundin verkracht hätte, wenn ...“ – ja wenn. Wenn das Wörtchen wenn nicht wär, wär mein Vater Millionär, sagt schon der Volksmund. Ist Nachdenken über Vergangenes also überhaupt sinnvoll?

Dass das Thema vielschichtig ist, zeigen die Erfahrungen der Menschen,
die in diesem Heft zu Wort kommen. Reue über Fehler der Vergangenheit, beispielsweise, ist wichtig und die Voraussetzung, Fehlentscheidungen bewältigen zu können. Nur dadurch kommt man mit sich selbst ins Reine, schreibt der Psychologe Dr. Ulrich Giesekus im Titelthema. Ständiges Grübeln über vergangene Ereignisse hingegen, die wir nicht beeinflussen konnten, ist wie Treibsand: Es nimmt uns immer mehr gefangen und anstatt den Blick nach vorn zu wenden, hängen wir im Gestern fest. Es ist eben wie beim Konjunktiv: Manches ist für uns unmöglich. Doch gerade diese Unmöglichkeiten dürfen wir getrost in Gottes Hände legen. S. 30

Das Fußballfieber ist wieder ausgebrochen.
Kurz vor Druck dieser Ausgabe hat sich Bundestrainer Joachim Löw auf die Stürmer im WM-Kader festgelegt. Mit dabei – und das hochverdient nach seiner überragenden Form der letzten Monate – der gebürtige Brasilianer und deutsche Staatsbürger Claudemir Jeronimo Barreto alias Cacau. Wenn Cacau ein Tor geschossen hat – oder auch gleich vier wie im Februar gegen den 1. FC Köln – läuft er zur Fankurve, beide Zeigefinger hoch in die
Luft gereckt, und kniet sich an die Eckfahne. Dort bedankt er sich bei dem, der ihm alles bedeutet: Jesus Christus. Auch daran sollen seine Fans teilhaben. Mehr von Cacau persönlich erfahren Sie in unserem Exklusiv-Interview ab S. 14.

Herzlich, Ihr Rainer Schacke



Ausgabe: Sommer 2010