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Religion als Kraft der Gesellschaft
Wissenschaftler: Religionen spielen weltweit wichtige Rolle
Religionen werden weder zu einer unbedeutenden, rein privaten Angelegenheit, noch sind sie im Verschwinden begriffen. Ganz im Gegenteil: Sie werden weltweit eine wichtige Rolle in Politik und Gesellschaft spielen. Das sagte der international renommierte U.S.-Soziologe José Casanova bei einer Diskussionsrunde an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Ein Beleg dafür sei auch, dass Religion immer wichtiger werde, um sich selbst zu beschreiben. „Vor 40 Jahren gab es in Deutschland nur Türken, aber keine Muslime. Jetzt gibt es hier Muslime, aber keiner spricht mehr von Türken“, spitzte Casanova seine Beobachtungen zu. Der in Spanien geborene Forscher wies weiterhin auf die Entwicklung des Katholizismus in Spanien, Polen, Brasilien und den USA zu einer aktiven, zivilgesellschaftlichen Kraft hin. Es sei an der Zeit, die „typisch europäische Sichtweise“ auf Religionen abzulegen. Religiös geprägte Gesellschaften dürften nicht länger allgemein als „weniger modern“ gelten.
Ausgabe: Sommer 2010









