Impuls

Ein Bekannter von uns ist anscheinend sehr fotogen. Jedenfalls bekommt er mehr Fotos zugeschickt, als ihm lieb ist. – Jedes Foto zeigt ihn dabei in seinem Auto, wie er hinter dem Lenkrad sitzt.

Youngs neuer Hüttenzauber

Immer noch begeistert William Paul Youngs Bestseller „Die Hütte“. Gleichermaßen hagelt es auch Kritik über das bizarre Gottesbild in dem fiktiven Roman, der die Auseinandersetzung eines Vaters mit Gott in seiner Dreifaltigkeit über den brutalen Mord an der jüngsten Tochter beschreibt.

Bildung und Glaube

Schon zu Lebzeiten wurde Philipp Melanchthon (1497–1560) der Titel „Lehrer Deutschlands“ zuteil. Zu Recht, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich der Feierlichkeiten zu seinem 450. Todestag und würdigte den Reformator als „großen Deutschen“.

Anstoß für den Glauben

Wenn in Südafrika die Fußball-Weltmeisterschaft startet, treffen sich hierzulande wieder Tausende zum „Public Viewing“ – vielerorts auch in Kirchen. Zu dem Fußballfest mit Nachbarn, Freunden und Kollegen ermutigt auch der Trägerkreis „Kickoff 2010“.

Hospital der Hoffnung

„Diospi Suayna“ heißt auf deutsch: „Wir vertrauen auf Gott.“  Das ist der Name eines der modernsten Krankenhäuser Perus.  Es liegt in den Anden und ist der erfüllte Lebenstraum des Ärzteehepaares  Martina und Klaus-Dieter John.

Impuls

Wann immer meine Frau Doris, die ja gebürtige Kanadierin ist, ihre Eltern in ihrer alten Heimat besucht, denke ich: „Wie gut, dass wir in einem fortgeschrittenen Zeitalter der Kommunikation leben!“ Besonders den Wert des Telefons habe ich neu schätzen gelernt.

Fest der Hoffnung

Vom 12. bis 16. Mai sind wieder Christen aller Konfessionen zum Ökumenischen Kirchentag, diesmal nach München, eingeladen. Das Treffen soll „ein deutliches Zeichen des Wunsches nach tieferer ökumenischer Gemeinschaft“ setzen ...

Im Tal des leisen Zweifels

Woody Allen kann nachts nicht schlafen. Der Filmemacher, der bereits über siebzig ist, wird von Ängsten geplagt. Wenn man ihn mit seinem schüchternen Verhalten und dem sanften Lächeln sieht, würde man das niemals vermuten.

Jeder Zweite glaubt an Leben nach dem Tod

Jeder zweite Jugendliche in Deutschland glaubt offenbar an Gott und ein Leben nach dem Tod. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, bei der 7.000 junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren befragt wurden.

Auf eine Minute

Ein Missionar, der viele Jahre in Russland gewirkt hatte, wohnte nach Kriegsende 1945 bei London in der Nähe eines Lagers mit russischen Internierten, die für die Wehrmacht gearbeitet hatten.

Kreative Wortwolken

Worte haben Kraft – das lehrt bereits die Bibel. Um diese Wirkung weiß auch Marc Willacher. Mit einem besonderen Projekt hat sich der 35-Jährige aufgemacht, Bibeltexte kreativ darzustellen, und zwar in sogenannten „Tagclouds“ (Schlagwortwolken).

Am Anfang: Gott

Wie geht das eigentlich mit dem Glauben? Was muss man tun, um Christ zu sein?“ So oder so ähnlich fragen viele. Diese Frage ist berechtigt und verständlich. Denn schließlich muss man doch wissen, wo man ansetzen sollte bei den ersten Schritten in den Glauben.

Impuls

Als meine Augen beim Überfliegen eines Artikels diese Worte streifen, muss ich innehalten. Wie sehr ist dieses Prinzip doch aus der Mode gekommen. Alles muss schnell gehen: schnell etwas kochen, schnell etwas besorgen, schnell jemanden besuchen.

Bibel glaubwürdig?

Einzelne Bücher oder Teile der Bibel gibt es in fast 2.500 Sprachen, die gesamte Bibel ist in 450 Sprachen übersetzt. Und doch drängt sich vielen Menschen eine Frage immer wieder auf: Sind die Schriften der Bibel glaubwürdig?

Kleine Rituale

Es sind nicht die großen Ereignisse im Leben – der Fallschirmsprung, der Lottogewinn, eine Kreuzfahrt – die langfristig glücklich machen. Das haben amerikanische Forscher herausgefunden.

Liebesbrief von Gott

Meuterei! Die Schiffsbesatzung der HMS Bounty hatte das Schiff in ihre Gewalt gebracht. Bis aufs Blut gereizt durch die Grausamkeit von Kapitän Bligh riss sie die Führung des Schiffes schließlich an sich. Dem Kapitän und seinen Ergebenen gab sie ein Boot, einen Abschiedstritt und sah zu, wie die Gehassten aufs Meer hinaustrieben.

Gott ist einer von uns

Vor einigen Jahren, nach dem Tod des Präsidenten des winzigen afrikanischen Volkes von Guinea, entdeckte die neue Regierung eine Folterkammer. Präsident Toure hatte alle mit seiner weltmännischen und eleganten Art an der Nase herumgeführt.

Älteste hebräische Inschrift

Archäologen haben bei Ausgrabungen in Israel eine Tonscherbe entdeckt, die möglicherweise die älteste bekannte hebräische Inschrift beinhaltet. Wie der Ausgrabungsleiter Jossi Garfinkel von der Hebräischen Universität Jerusalem mitteilte, konnten bisher die Worte „Richter“, „Sklave“ und „König“ entziffert werden.

Endspurt Bibelübersetzungen

Die internationalen Wycliff-Bibelübersetzer treten zum Endspurt an: Bis 2025 soll in jeder der 2.250 Sprachen, in denen noch eine Bibel benötigt wird, eine Übersetzung begonnen sein.

Aus Tränen werden Sterne

„Leiden für das Evangelium“ – so nennt der Apostel Paulus die bewusste Teilnahme am Leiden Christi für das Leben und Heil der Menschen. Im Brief an die Kolosser betrachtet er es sogar als Privileg: „Ich freue mich, wenn ich für euch leiden darf …“

Verrückte Welt

„Ich versichere dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lukas 23,43). – Noch verrückter als einem Schwerverbrecher so ein Versprechen zu geben, geht es eigentlich kaum noch. Schon sich die Szene vorzustellen, lässt unsere Fantasie Blüten treiben.

Geheimnisse der Heiligen Schrift

Haben Sie sich bereits auf das Abenteuer eingelassen, die Bibel zu entdecken? Oder gehören Sie zu den vielen Menschen, die schon lange einmal im Buch der Bücher lesen wollten, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen? So mancher hat schon einen Versuch gestartet und nach kurzer Zeit wieder aufgegeben, weil ihm das Gelesene unverständlich erschien.

Gottes Geschenk

Ja, es gibt sie, die Wundergeschichten, in denen Menschen plötzlich befreit sind von Bitterkeit, Selbstverdammnis oder Hass, von Depressionen und Angst, von traumatischen Erlebnissen und tief sitzenden Verletzungen. Begeistert erzählen Menschen von dem liebevollen und mächtigen Eingreifen Gottes in ihrem Leben ...

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(c) iStockphoto/E. Serrabassa

Versöhnt mit mir

Wie Gott unsere Seele berühren kann

Von Tamara Hinz

Ja, es gibt sie, die Wundergeschichten, in denen Menschen plötzlich befreit sind von Bitterkeit, Selbstverdammnis oder Hass, von Depressionen und Angst, von traumatischen Erlebnissen und tief sitzenden Verletzungen. Begeistert erzählen Menschen von dem liebevollen und mächtigen Eingreifen Gottes in ihrem Leben, das mit einem Schlag ihre tiefen Lebenswunden geschlossen hat. Und sie erzählen es zu Recht! Denn Gott tut wundervolle Dinge in unserem Leben – unverdient und unbegründet bricht Gott plötzlich mit seinem Heil über unser Leben herein. Vielleicht haben Sie schon davon gehört, vielleicht haben Sie es sogar selbst erlebt. Vielleicht kennen Sie aber auch diese Situation: Manch einen überfällt bei diesen bewegenden Berichten auch eine große Traurigkeit. Was hat man selbst nicht schon alles unternommen, aber die Angst oder die Depression will einfach nicht weichen. Wie oft haben wir vielleicht schon für uns beten lassen, aber Minderwertigkeitsgefühle und andere negative Empfindungen brechen bei der kleinsten Zurückweisung wieder durch. Nein, von einer geheilten Seele kann wirklich keine Rede sein. Und Gott? Wenn manche Menschen ihr Leben betrachten, scheint er es vorzuziehen, mit verschränkten Armen im Himmel herumzulümmeln. Bei ihnen, so empfinden sie, ist er jedenfalls nicht, und das ganze „fromme Zeug“ scheint erbärmlich zu versagen.

Der Weg über die Wendeltreppe

Kennen Sie solche Gedanken auch? Mir jedenfalls waren sie sehr vertraut, bis ich nach und nach erkannte, dass Gott sehr wohl auch meine Seele berührt. Unsere Bitte, er möge mit seiner heilenden Kraft in unser Leben eingreifen, verhallt niemals ungehört! Doch das Eingreifen Gottes kann bei jedem von uns sehr unterschiedlich aussehen, es lässt sich nicht vereinfachen oder über einen Kamm scheren.
Meinen persönlichen Weg kann man zum Beispiel eher mit dem Besteigen einer Wendeltreppe beschreiben: Ich komme immer wieder an die gleichen Punkte, scheine immer wieder um die gleichen Themen zu kreisen und bin doch jedes Mal ein bisschen höher und ein bisschen weiter gekommen, habe etwas mehr verstanden und bin ein bisschen gesünder geworden. Ich habe gelernt, diesen Weg als meinen Weg zu akzeptieren. Innere Heilung bedeutet in meinem Leben nicht, dass Gott Schmerzhaftes einfach „wegmacht“, sondern dass er mir auch zumutet und zutraut, mit meinen Defiziten zu leben. Mehr noch: Er baut meine Schwachstellen in sein großartiges Konzept für mein Leben mit ein. Deshalb ist es wichtig, dass ich nicht mehr einfach gegen mein „Sosein“ kämpfe und rebelliere, sondern mich mit mir versöhne und zu meinem Leben ja sagen kann.

Versöhnt mit meiner Geschichte

Was habe ich Menschen beneidet, die aus einer stabilen und harmonischen Familie stammen. Dieser Rückhalt gibt ein positives Lebensgefühl, das später so manchen Tiefschlag abfedern kann. Aufgewachsen in einer Alkoholikerfamilie fehlte mir das. Vielleicht fehlt ja auch Ihnen Liebe und Geborgenheit oder Sie müssen derzeit mit Lebensumständen vorlieb nehmen, die alles andere als angenehm sind. Ich jedenfalls habe irgendwann aufgehört, mich neidvoll mit anderen zu vergleichen. Statt zu fragen, warum denn ausgerechnet in meinem Leben die Dinge so schwierig gelaufen sind, begann ich hinzuschauen, was Jesus mit dieser Lücke in meiner Biographie anfangen kann.
Und siehe da: Gar nicht schlecht, was man aus solch einem Loch alles machen kann! Wie vor einem großen Webstuhl sitzt Jesus an unserem Leben und verknüpft lose Fäden und scheinbar abgerissene Stränge zu einem wunderschönen, kunstvollen Bild. Die düsteren Farben und rissigen Fasern manch notvoller Lebensabschnitte gehören genauso dazu, wie das leuchtende Kolorit edler Garne in stabilen Zeiten. Die trüben Zeiten meines Lebens haben eben nicht nur ein Loch hinterlassen, sondern Dank der liebevollen Hand Gottes auch Qualitäten und Kompetenzen in mir ausgeprägt, die mein Leben jetzt bereichern. So etwas muss gemeint sein, wenn es in der Bibel heißt: „Für die, die Gott lieben, muss alles zu ihrem Heil dienen“ (Römer 8,28).

Versöhnt mit meinen Defiziten


Welche Macken Ihrer Persönlichkeit machen Ihnen besonders zu schaffen? Das schwache Selbstwertgefühl? Ein ängstliches Wesen oder eine cholerische, aufbrausende Art? Ihre Schüchternheit oder Introvertiertheit? Überempfindlichkeit oder Mangel an Sensibilität im Umgang mit anderen? Hang zu Neid und Eifersucht? Was auch immer Sie stört – sich mit diesen Defiziten auszusöhnen bedeutet nicht, die Hände in den Schoß legen und zu sagen: „So bin ich nun mal, da kann man eben nichts machen.“ Versöhnung bedeutet, dass wir mit Gott an uns arbeiten und bereit sind, neue Verhaltensmuster einzuüben.
Es ist jedoch nicht hilfreich, wenn Sie dabei einfach gegen Ihr „Strickmuster“ rebellieren und sich vielleicht sogar dafür hassen. Hass und Ablehnung Ihrer Persönlichkeit bewirken keine Veränderung, sondern immer nur Selbstzerstörung. Wenn Sie dagegen mit Jesus ihre Defizite unter die Lupe nehmen, werden Sie erleben: Er liebt Sie erst einmal komplett so, wie Sie sind. Alles inklusive. Seine Botschaft lautet: „Ich liebe dich. So wie du bist. Mit all deinen Schwachstellen, trotz all deinem schuldigen Verhalten, das daraus folgt.“ Er drückt aber auch nicht beide Augen zu und sagt: „Ist ja nicht so schlimm, kann jedem mal passieren.“ Jesu Liebe ist konkret und bodenständig und hat ihn alles gekostet, weil er selbst alle Defizite und all Ihre Schuld getragen hat. Die Arme, die Sie halten, wurden für Sie am Kreuz durchbohrt. Das anzunehmen bedeutet: Ich brauche nicht zwanghaft und verkrampft an meinen Charaktermängeln zu arbeiten, damit ich Gott gefalle, denn Gott hat bereits alles getan, damit ich mit ihm, mit mir selbst und meinen Schwachpunkten versöhnt leben kann. Und dieses Wissen bietet mir die Gelassenheit und Entspannung, mit ganzem Einsatz an den Defiziten meiner Persönlichkeit zu arbeiten.

Arbeit an der Persönlichkeit


Der Begriff Arbeit mag uns in diesem Zusammenhang verwundern, klingt doch das Wort Heilung zunächst eher nach einem passiven Geschehen, das sich ohne unser Zutun mal schnell, mal langsam vollzieht. Doch Heilung ist, zumindest wenn sie von Dauer sein soll, eine aktive Sache, die unsere Mitarbeit erfordert. Auch wenn wir gerne ein vollautomatisches Gebet oder einen allgemeingültigen therapeutischen Entwurf hätten, mit dem all unsere inneren Verletzungen wie weggeblasen wären – käme das eher unserer Bequemlichkeit und unserem Mangel an Disziplin entgegen. Wie anfangs beschrieben gibt es natürlich auch Menschen, die solch eine tief greifende Befreiung erleben. Aber das ist nur der Anfang. Auch sie müssen beharrlich sein, um diese Befreiungstat Gottes langfristig in ihren Alltag hinüberzuretten. Ein Beispiel:
Sie sind von einer bestimmten Person sehr verletzt worden. Es setzt Ihnen so zu, dass Sie das Gespräch mit jemanden suchen und für sich beten zu lassen. Während des Gebetes spüren Sie, wie Gott Ihnen diese Last nimmt, etwas in Ihnen abheilt und Sie sich sogar so frei fühlen, der betreffenden Person zu vergeben. In den folgenden Wochen tauchen aber Situationen auf, in denen diese frisch verheilte Wunde wieder aufzureißen droht, zum Beispiel durch eine ähnliche Begebenheit. Wenn das passiert, denken Sie dann bitte nicht, dass Sie sich die innere Heilung nur eingebildet haben oder dass Gott Sie nicht genug liebt, um echte Veränderung in Ihnen zu bewirken. Es sind einzig unsere alten Denk- und Verhaltensgewohnheiten, die sich schnell wieder durchsetzen, wenn wir Ihnen nicht mit Vehemenz entgegentreten. Wenn wir nicht an unseren Reaktionsmustern, an unseren Defiziten wie Groll, Wut, Bitterkeit oder an einer Opferhaltung arbeiten, geben wir negativen Gedanken Raum und fangen wieder an, wie an frischem Schorf an unseren Verletzungen herumzupulen. Wie aber kann ich das verhindern?

Wege innerer Heilung


Ich bin überzeugt, dass es Gott gelingt, uns in den tiefsten Schichten unserer Persönlichkeit zu berühren und uns die Wahrheit über Abläufe und Zusammenhänge in unserem Denken und Handeln zu zeigen, indem er uns immer wieder seine tiefe Liebe schenkt. Dafür müssen wir nichts weiter tun, als den Heiligen Geist (der genauso Gott ist wie der Vater und der Sohn Jesus Christus) immer wieder zu bitten, uns diese Wahrheit über uns zu zeigen. An dieser Stelle des Heilungsgeschehens sind wir tatsächlich passiv.
Der Heilige Geist wird Ihnen aber auch deutlich machen, wo Veränderung und Korrektur nötig ist. Und dann gilt es, Neues einzuüben. Das bedeutet tatsächlich üben, also auch mal hinfallen, wieder aufstehen und weiterüben. Gott geht bei jedem dieser Schritte neben Ihnen, ermutigt Sie, hilft Ihnen wieder auf und feuert Sie an. Es kann auch sein, dass er Ihnen genau für diesen Prozess Menschen an die Seite stellt, mit denen sie reden, Vergangenes aufarbeiten und neue Verhaltensmuster einüben können. Wenn Sie spüren, dass Sie nicht alleine zurecht kommen, schämen und scheuen Sie sich jedoch nicht, von sich aus Hilfe, auch professioneller Art, in Anspruch zu nehmen.
Auf der anderen Seite bedeutet Heilung aber auch, zu akzeptieren und anzunehmen, dass wir mit manchen Schwachstellen leben müssen. Zu Paulus, einem Mitautor des Neuen Testamentes und wider Erwarten jemand, der auch mit mancher Einschränkung leben musste, sagte Gott zu diesem Thema folgendes: „Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft“ (2.Korinther 12,9).  Ihr Wert als Mensch steht und fällt also nicht damit, ob Sie es schaffen, innerlich vollkommen und heil zu werden. Wenn Sie ihn lassen, wirkt Gott mit seiner Gnade auch und gerade in Ihrer Schwachheit.

Die Schönheit im Lebensnetz erkennen


Heute Morgen sah ich in unserem Apfelbaum ein Spinnennetz hängen. Tausend kleine Tautropfen glitzerten auf den zarten Fäden im frühen Sonnenschein und ließen dieses filigrane Kunstwerk in all seiner Schönheit und Vollkommenheit erstrahlen. Vollkommen? Als ich genauer hinschaute, stellte ich fest, dass in dieses Netz ein beträchtliches Loch gerissen war. Sicher, die Spinne würde es später ausbessern, aber im Moment hockte sie nur da und genoss die ersten wärmenden Strahlen der Sonne. Und das Netz? Ungeachtet dieses Loches hielt es zusammen, war trotz seiner Zerrissenheit erstaunlich stabil, erfüllte seine Funktion und beeindruckte durch seine Schönheit. Auch in meinem oder Ihrem Lebensnetz gibt es vielleicht solch beträchtliche Löcher. Vielleicht werden wir es nie schaffen, sie zu flicken. Aber Gottes Gnade überzieht unser Leben mit Fäden der Anmut, und die wärmenden Strahlen seiner Liebe lassen es funkeln und leuchten. Und eines Tages wird gewiss alles neu.

 

Ausgabe: November 2006

Tamara Hinz ist Autorin, unter anderem von „Katastrophenglück – Krisen bewältigen, befreit leben“ (R. Brockhaus).