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Halleluja in der Seifenblase?
Michael W. Smith wirbt für ein ganzheitliches Verständnis von Anbetung
Interview: Ines Emptmeyer
Sein Name steht wie kaum ein anderer für christliche Pop-Musik. Seit drei Jahrzehnten ist Michael W. Smith im Musikgeschäft erfolgreich. „Worship“ und „Worship Again“ gehören zu den am besten verkauften Gospel-Alben. Im vergangenen Jahr erschien das Live-Album „A New Hallelujah“, zu dem nun die gleichnamige DVD erscheint. Was es mit den „neuen Hallelujahs“ auf sich hat, fragte NEUES LEBEN bei der DVD-Veröffentlichung in Frankfurt.
Neues Leben :: Seit einigen Jahren kommen Sie regelmäßig für Konzerte nach Deutschland. Was mögen Sie an Deutschland?
Smith :: Es ist überall toll, Musik zu machen, aber hier spüre ich eine Energie, die anders ist als in anderen Ländern. Außerdem werde ich nicht so sehr wie ein Star behandelt. Und wenn du solche wunderbare Erfahrungen sammelst, willst du einfach wiederkommen.
Neues Leben :: Heute haben Sie Ihre neue Anbetungs- DVD mitgebracht. Für manch einen ist es ungewöhnlich, Gott vor dem Fernseher zu feiern. Wie sehen Sie das?
Smith :: Eine DVD, die beinhaltet Gott zu loben, gibt nicht vor, was du erleben oder empfinden musst, aber sie ist eine besondere Erfahrung. Das Konzert war kraftvoll, und ich glaube, die Leute werden vom Mitschnitt berührt sein. Wenn du ihn dir anschaust, spürst du etwas von der Atmosphäre, die wir beim Konzert hatten. Dahinter steckt für mich der Heilige Geist und der Gesang von 12.000 Konzertbesuchern. Wer das sieht, fühlt ein Stück Himmel in seinem eigenen Wohnzimmer.
Neues Leben :: Was war der Grund, die Produktion „A New Hallelujah“ zu nennen?
Smith :: So heißt eins der Lieder der CD beziehungsweise DVD. Ich mag den Titel, er klingt sehr frisch und verbindet mit dem Wort „neu“ zwei Aspekte: Zunächst dass es sich um einen neuen Song an sich handelt, zugleich will er die Menschen dahin führen, neu über das Lob Gottes („Hallelujah“), über den Kern der Anbetung nachzudenken.
Neues Leben :: Fordern Sie damit heraus, eingefahrene Haltungen zu verlassen, was Anbetung betrifft?
Smith :: Ich kann jetzt nur für Amerika sprechen. Dort erlebe ich viele große, alteingesessene Kirchen und Gemeinden. Sie haben tolle Programme, Angebote und Konzepte, machen aber all das nur für sich. Sie leben wie in einer abgeschlossenen Seifenblase. Sie denken gar nicht mehr daran, die Welt zu verändern und andere Länder oder Kontinente wie Afrika zu unterstützen. Stattdessen konzentrieren und freuen sich die Menschen auf die Lobpreis-Zeiten in den Gottesdiensten ohne darüber hinauszuschauen. Daher wäre es sehr schön, wenn die Produktion dazu beiträgt, Christen aus ihrer gemütlichen Seifenblase herauszuholen.
Neues Leben :: Was hilft Ihnen persönlich, neue Schritte zu wagen?
Smith :: Ich bin dankbar für Menschen wie meine Frau, Freunde und andere Pastoren, die mich immer wieder ermutigen, nicht stehen zu bleiben. Ich werde zwar älter und mache Fehler, aber ich strebe weiter danach, weiser zu werden, etwas für Gott zu riskieren und auch Pausen für mich selbst in den Alltag einzubauen. Das alles ist sehr herausfordernd – aber ich habe realisiert, dass es besser ist zu geben, als zu empfangen. Wir alle haben den Auftrag, die Welt ein kleines Stück zu verbessern und ich versuche, meinen Part auszufüllen.
Neues Leben :: Worin sehen Sie sich derzeit herausgefordert?
Smith :: Es sind immer wieder die kleinen Dinge des Lebens, die es zu pflegen gilt. Wenn man wie ich erfolgreich ist, muss man sich besinnen, wie das alles angefangen hat. Es geht nicht um vorzeigbare Dinge, die ich erreicht habe, wie ein Haus oder ein Auto, sondern um meine Familie und meine Beziehung zu Gott. Jeden Morgen versuche ich mich daher selbst zu prüfen: Starte ich in dem Bewusstsein, dass dieser Tag und jeder Atemzug ein Geschenk von Gott ist? Diese Frage halte ich mir tagsüber immer wieder vor Augen, beim Einkaufen oder auf der Bühne. Ebenso mein Gebet: Lass durch mich dein Licht leuchten, Jesus.
Neues Leben :: Nach fast drei Jahrzehnten Erfahrung im Musikbusiness sagten Sie vor einiger Zeit: „Das Beste kommt noch.“ Was meinen Sie damit?
Smith :: Natürlich muss man immer besser werden, sonst kauft niemand mehr deine CDs. Ich will aber nicht um meiner selbst Willen besser werden, sondern wegen der Menschen, mit denen ich zusammenarbeite. Jede Produktion ist daher eine Steigerung. Und ich verrate etwas: Das nächste Album wird ein Pop- Album.
Neues Leben :: Sie sind bereits als Sänger, Pastor und Schauspieler bekannt. Gibt es noch etwas, das Sie unbedingt machen möchten?
Smith :: Ich würde liebend gerne öfter bei der Produktion von Soundtracks mitwirken. Für mich ist da John Williams, erfolgreicher Komponist von Filmmusiken wie „Star Wars“ und „Indiana Jones“, ein großer Star. Ihn würde ich sehr gerne mal wiedertreffen und öfter mit ihm zusammenarbeiten.
Ausgabe: Sommer 2009






