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Machst du Witze?
Wie Sie Ihre Finanzen in den Griff kriegen
Von Phil Callaway
Wenn Sie das letzte Jahr nicht als Einsiedler auf einer Insel in der Südsee verbracht haben, haben Sie bestimmt etwas vom Hurricane der Finanzkrise mitbekommen, der über alle Kontinente gefegt ist. Und wenn Sie auch über die steigenden Preise, die Immobilienkrise und ihre Altersvorsorge besorgt sind, hilft es Ihnen vielleicht zu wissen, dass Sie nicht allein sind.
Wenn ich selbst darüber nachdenke, wie wir in diesen Schlamassel hineingeraten sind, fällt mir der Werbespruch einer Bank ein, mit dem man uns vor einer Weile ködern wollte: „Wir leihen Ihnen so viel Geld, dass Sie völlig aus Ihren Schulden herauskommen.“ Na prima. Eines Abends saßen meine Frau und ich im Esszimmer am Tisch, um herauszufinden, wie wir finanziell dastanden. Unsere Bilanz sah gar nicht so schlecht aus und ich sagte tatsächlich: „Weißt du: Die Bank wird uns sicher den Rest leihen, damit wir komplett aus den Schulden rauskommen.“ Dann erst kapierte ich, was ich soeben gesagt hatte. Es ist wirklich faszinierend, wie clever einige von uns sind. Bis es um das Thema Finanzen geht. Und wenn Sie gerade dabei sind, Ihr bankfinanziertes Auto mit Ihrer bankfinanzierten Garage abzusichern, um dann mit Ihrer Kreditkarte tanken zu fahren, um ein Ratenkonto zu eröffnen, um Ihr noch nicht abbezahltes Haus mit neuen Möbeln auszustatten, nur weil Sie das Angebot „Keine Rückzahlung nötig bis Februar“ gelockt hat, hören Sie bitte auf meinen Rat:
1. Wenn sich zuviel auf Ihrer Kreditkarte ansammelt, kündigen Sie sie. Die Kreditkarte wurde von Jakob in 1. Mose 25 eingeführt, als er seinem Bruder Esau erlaubte, eine Mahlzeit auf Kredit zu bestellen. Der Ausgang der Geschichte ist bekannt. Kaufen Sie niemals mit Ihrer Kreditkarte, was Sie nicht auch mit Bargeld kaufen würden. Zahlen Sie Ihre Kreditkarte jeden Monat ab. Wenn Sie das nicht können, kündigen Sie die Karte, klemmen Sie sie an die Vordergabel des Fahrrads ihres Kindes und staunen Sie, wie viel Krach das an den Speichen macht.
2. Behalten Sie das reale Geld im Blick. Ihre Bankkarte zählt ihre Ausgaben nicht, so dass sie sie beim Kaufen vor Augen hätten. Kaufen Sie einmal einen Monat lang alles mit Bargeld. Sie werden überrascht sein, wie viel weniger Sie ausgeben, wenn das Geld wirklich physisch durch ihre Hand geht. Bank- und Kreditkarten machen das Bezahlen schmerzlos. Sie führen aber nicht selten zum „Habe-ich-das-wirklich-gekauft?“-Syndrom – dem schmerzhaften Erwachen, wenn am Monatsende regelmäßig mehr Soll als Haben auf dem Konto ist.
3. Kaufen Sie ein Lotto-Ticket, und zwar alle 250.000 Jahre. Vor vielen Jahren erfand unsere Regierung eine Spezialsteuer für Leute, die schlecht in Mathe sind. Man nennt sie Lotto. Experten behaupten, dass wir einmal in 250.000 Jahren eine gewisse Chance haben, den Jackpot zu knacken, wenn wir jede Woche einen Schein ausfüllen. Erinnern Sie sich an Sprüche 28,20: „… wer schnell reich werden will, bringt sich nur in Schwierigkeiten.“
4. Denken wir daran, dass „neu“ nicht unbedingt „besser“ bedeutet. Während unserer durchschnittlichen Erwerbstätigkeit können wir bestimmt mehr als 100.000 Euro sparen, wenn wir gebrauchte Autos anstelle von Neuwagen kaufen. Einige Menschen empfinden es als sehr beruhigend, ein neues Auto zu fahren. Ich persönlich habe noch größere Ruhe, wenn ich weiß, dass niemand in der Stadt meine alte Karre klauen wird.
5. Vertrauen Sie nicht allzu sehr auf Altervorsorge-Fonds. Meine Frau und ich legen etwas fürs Alter auf die hohe Kante. Aber wir wissen auch, dass das keine letzte Sicherheit bietet und manche Anlage irgendwann ein Verlustgeschäft sein könnte. Gott gab den Israeliten Manna, aber er verlangte, dass sie es nicht aufbewahrten – vielleicht, weil er wollte, dass sie ihm einfach täglich neu vertrauten. Nicht selten sind unsere Vorsorgebemühungen ein schlechter Ersatz für unser Vertrauen auf den, der versprochen hat, uns zu versorgen.
6. Geben Sie Dinge weg. Der Grund, warum wir diesen Rat vielleicht als hart empfinden, ist, dass wir die Zukunft fürchten. Wird Gott uns wirklich versorgen? Wenn wir glauben, dass Gott unserer zuverlässiger Versorger ist, werden wir uns nicht an die irdischen Dinge klammern, sondern anderen Menschen helfen, die bedürftig sind. Investieren wir in die Ewigkeit. Die gegenwärtige Finanzkrise kann ein wunderbarer Test sein, ob unser Vertrauen auf das Zeitliche oder auf das Ewige gerichtet ist.
Ausgabe: Frühling 2010
Phil Callaway ist preisgekrönter Autor von mehr als einem Dutzend Büchern, Redner und Vater von drei Kindern. Er lebt mit seiner Schulfreundin zusammen. Sie sind verheiratet. Miteinander.
Übertragen ins Deutsche von Rainer Schacke.






