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Mein Mann hat mich jahrelang betrogen
Mein Mann und ich sind heute 40 Jahre verheiratet – aber nach zehn Jahren sah es schon so aus, als wären wir am Ende unserer Ehe. Denn mein Mann hat mich immer wieder betrogen. Als wir heirateten waren wir beide 20 und 23 Jahre alt. Rainer war mein Traummann und ich seine Traumfrau. Wir waren und sind auch heute noch ein gutes Team. Unser erster Sohn kam unter großen Schwierigkeiten zur Welt und hatte gleich nach der Geburt Gehirnkrämpfe aufgrund von Sauerstoffmangel. Die Ärzte befürchteten, er würde nicht überleben. In meiner Not habe ich – obwohl ich damals noch nicht gläubig war – zu Gott geschrien: Wenn du meinem Sohn hilfst, dann will ich dir immer dankbar sein. Alles wurde gut und er entwickelte sich normal. Mein Mann sieht übrigens sehr gut aus, finde ich, und da wir im Rheinland wohnen, gingen wir damals zum Karneval. Da bemerkte ich, wie er beim Tanzen mit einer Freundin flirtete. Ich konnte es nicht fassen, dachte aber: „Stell dich nicht so an, es ist Karneval, es geht vorüber.“ Aber es ging nicht vorüber. Er traf sich weiter mit ihr heimlich, und eines Tages, als ich von der Arbeit kam, saßen sie bei uns auf dem Sofa und sagten: „Wir lieben uns.“ Sie war übrigens verheiratet; ihr Mann war auch da. Er schlug vor, wir könnten notfalls zu viert leben. Ich war fassungslos. Ich wies den beiden die Tür und stellte meinen Mann vor die Wahl: sie oder ich.
Eine Woche danach entschied er sich tatsächlich für mich – ein Lippenbekenntnis, wie sich später herausstellte. Unser zweiter Sohn kam zur Welt. Zu Silvester hat mich mein Mann im Krankenhaus besucht; er kam fünf vor 12 und ging zehn nach 12. Ich habe instinktiv gespürt, dass etwas nicht stimmte. Aber ich wollte es einfach nicht an mich heranlassen! Ich wollte an ihn und an uns glauben. Zu dem Zeitpunkt hatte er schon ein Verhältnis mit einer Sekretärin. Ich war natürlich misstrauisch, habe seine Klamotten untersucht, ihm hinterher telefoniert. Wenn er wieder einmal so spät nach Hause kam, dass ich zweifelte, fragte ich ihn, ob er wirklich so lange gearbeitet hätte. Er schaute mich dann herausfordernd an und sagte: Prüf es doch nach! Da kam ich mir schäbig vor und forschte nicht weiter. Einmal stellte ich ihn zur Rede: „Wir schlafen kaum noch miteinander. Hast du jemanden anders?“ Er leugnete. Als mein ältester Sohn plötzlich wieder Gehirnkrämpfe bekam, erinnerte ich mich an mein Gelübde gegenüber Gott. Ich suchte ihn und fand zum Glauben. Jesus veränderte komplett mein Leben. Mein Mann aber hasste Jesus, denn er hatte als Kind und Jugendlicher sehr schlechte Erfahrungen mit der Kirche gemacht. Er zog aus und mit seiner aktuellen Freundin zusammen. Er reichte die Scheidung ein.
Ich war sehr enttäuscht von Gott. Ich hatte geglaubt, dass er meine Ehe rettet. Ich entschied mich, mein Leben noch einmal neu Jesus zu übergeben. Und Jesus machte mich auf wundersame Weise endlich frei von meinem Mann. An einem Ostersonntag, wir waren gerade zehn Jahre verheiratet, sah Rainer einen christlichen Film. Er erkannte sich darin so stark wieder, dass er in Tränen ausbrach, mich anrief und zu mir zurückkehren wollte. Ich sagte: Für uns gibt es keine Zukunft mehr. Da er sich auf alle Forderungen, die ich hatte, einließ, erlaubte ich ihm, zurückzukehren. Zwei Wochen später übergab er sein Leben an Gott. Wir fingen an, unsere Geschichte aufzuarbeiten. Ich fühlte mich wie ein verwundetes Tier, das in einem Käfig hin- und herläuft. Irgendwann gelang es mir mit Jesu Hilfe, Rainer zu vergeben. Aber Vergeben allein reicht nicht. Vertrauen muss sich wieder aufbauen. Gott hat meinem Mann wieder und wieder gezeigt, wie er mich verletzt hat. Er hat sich wieder und wieder entschuldigt und jede meiner Fragen beantwortet, bis ich ihm wieder vertrauen konnte. Heute arbeiten wir als Eheberater bei Team F. und wissen: Ehebruch ist die tiefste Verletzung in einer Ehe. Hätten wir beide nicht Jesus kennen gelernt, gäbe es uns als Paar heute nicht mehr.
Protokoll: Katrin Arnholz
Sonderausgabe Mai 2010






