Magazin :: Menschen

(c) 20th Century Fox
Werbefeldzug für Scientology
Tom Cruise umstritten und doch ein Zuschauermagnet
Selten war ein Film schon vor seiner Ausstrahlung so umstritten. Doch das liegt weniger am Stoff der „Operation Walküre“, der sich mit dem 1944 fehlgeschlagenen Attentat auf Adolf Hitler beschäftigt, sondern an seinem Hauptdarsteller: Tom Cruise. In dem Anfang des Jahres gestarteten Film spielt er den Kopf der Attentäter, Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Der 45-jährige Schauspieler, der seit Jahren in den obersten Rängen von Scientology agieren soll und den einige sogar als zweiten Mann an der Führungsspitze der Sekte sehen, will – so Experten – mit dem Film Scientology helfen, in Deutschland Fuß zu fassen. Tatsächlich ist Cruise ein Publikumsmagnet. Er lächelte sich durch Thomas Gottschalks „Wetten dass …“ und verteilte bei der Europapremiere in Berlin fleißig Autogramme. Als der Film dann wirklich anlief, waren die Streitereien während der Dreharbeiten (viele hatten sich gegen eine Verkörperung Stauffenbergs durch einen Scientologen ausgesprochen und die Drehgenehmigung für den historischen Bendlerblock war verweigert worden) meist vergessen. Jetzt heißt es nur noch: „Operation Walküre“ ist technisch versiertes, professionell gemachtes, spannendes Kino, dem zumeist die Tiefe fehlt, aber das unterhaltsam ist. Und Tom Cruise lächelt.
Ausgabe: Frühling 2009






