Magazin :: Sonderausgabe Partnerschaft


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Was macht Partnerschaften glücklich

NEUES LEBEN-Umfrage bringt Prinzipien für eine stabile Ehe ans Licht

Beziehungsglück fällt Paaren nicht einfach in den Schoß. Ehe und Partnerschaft bestehen zu einem Großteil aus dem, was man bereit ist, selbst zu geben und in die Partnerschaft einzubringen. Nach Ansicht von erfahrenen Eheberatern haben eine Reihe konkreter Prinzipien entscheidenden Anteil daran, dass sich das Liebesglück über die Jahre nicht in Luft auflöst.

Fünfzehn Experten – Zehn Prinzipien


NEUES LEBEN führte die Befragung unter christlichen Ehe- und Familienberatern/ innen durch. Jeder/jede von ihnen ist seit Jahren ein anerkannter Experte im Bereich der Paarberatung und kennt Höhen und Tiefen des Ehe- und Familienlebens aus eigener Erfahrung. Die Experten wurden gebeten, zehn partnerschafliche Aufgaben zu nennen, die sie für das gemeinsame Leben und dauerhafte Glück eines Paares als besonders wichtig einstufen. Außerdem sollten sie an Beispielen zeigen, wie sich diese im Alltag umsetzen lassen. Ziel der Umfrage war es, einen Überblick über konkrete Faktoren zu schaffen, die eine lebenslange und glückliche Ehe fördern. Von besonderem Interesse waren daher Übereinstimmungen der Antworten im Blick auf eine gesunde Ausgewogenheit der partnerschaftlichen Bedürfnisse an Körper, Seele und Geist. Der Vergleich zeigt im Ergebnis ein deutliches Bild. Wir haben die Prinzipien, die mehrheitlich von den Experten genannt wurden, auf den folgenden Seiten aufgelistet. Die Reihenfolge der Tipps stellt dabei keine Wertung dar. Alle Experten betonten, dass glückliche Ehen selten aus „perfekten“ Verbindungen (und nie aus perfekten Menschen) bestehen. Paare, die miteinander zufrieden sind, sind nach dieser Einschätzung sogar oft unterschiedlich in Temperament, Interessen und Vorstellungen. Natürlich braucht es auch Gemeinsamkeiten in der Partnerschaft. Aber das Geheimnis des Eheglücks besteht in erster Linie darin, wie sicher die Partner durch die alltäglichen Herausforderungen navigieren lernen und ihre Ehe stabil halten. Die Kunst ist unter anderem, die verschiedenen Bedürfnisse und Erwartungen aufeinander abzustimmen.

Glück durch Wertschätzung

Hilfreich dafür ist nach Meinung der Eheberater insbesondere die liebevolle Wertschätzung des Gegenübers, die von Gottes Ebenbildlichkeit herrührt. Sie ist eine der wichtigsten Regeln für das zwischenmenschliche Zusammenleben: das Anderssein des Partners oder der Partnerin zu respektieren – so wie Gott ihn bzw. sie erschaffen hat. Wer sein Gegenüber so annimmt, sieht ihn als Geschenk aus Gottes Hand und begegnet ihm mit dessen Liebe.

Gemeinsamer Glaube schafft solides Fundament

Ebenso wichtig für Glück und Harmonie ist nach mehrheitlicher Einschätzung der Befragten der gemeinsame Glaube. Er stellt die Beziehung auf eine solide Basis. Mann und Frau können noch so verschieden sein – wichtig ist, dass beide gemeinsame Überzeugungen und Wertvorstellungen anstreben. Das schafft Vertrauen und Geborgenheit. Der Glaube an Gott ist ein solch gemeinsamer Wert. Mehr noch: Er ist der zentrale Ankerpunkt, der über den Menschen und die Partnerschaft hinausgeht. Probleme können leichter gelöst werden, wenn beide Partner miteinander beten und einander vergeben können, so wie Gott ihnen vergeben hat. Diese Hilfe steht jedem Paar offen, das Gott die Chance gibt, ein Teil ihrer Ehe zu sein.

Stolpergefahr: Selbstständigkeit und Elternrolle

Neben den zehn in der Tabelle vorgestellten Prinzipien betonten einige Fachleute auch, wie wichtig es sei, sich vom jeweiligen Elternhaus zu lösen. Nur zwei einigermaßen selbstständige Partner sind in der Lage, den Grundstein für eine verbindliche Beziehung zu legen und eine reife Ehe zu führen. Außerdem würden viele Paare die Intensität der Veränderung unterschätzen, die durch die Geburt eines Kindes entstehe. Schnell könne es dann zu Missverständnissen in der Elternrolle kommen. Oft leide die Paarbeziehung darunter. Man müsse daher lernen, das Ehewie auch Familienleben neu zu gestalten.

Zehn Top-Tipps für eine glückliche Partnerschaft

Auf den folgenden Seiten stellt NEUES LEBEN Ihnen nun die Ergebnisse vor. Eventuell entdecken Sie beim Lesen Bereiche, die eher zu Ihren gemeinsamen Schwachstellen gehören. Versuchen Sie, darüber mit Ihrem Partner zu reden und sich dieser Aufgabe gemeinsam zu stellen! Das Gelingen Ihrer Ehe hängt unter anderem davon ab, ob Sie als Paar die Fähigkeit entwickeln, den sich ständig ändernden Prüfungen und Herausforderungen Ihrer Beziehung aktiv zu begegnen. Denn nur ein immer wieder neues Aufeinandereinstellen und -einlassen macht es Ihnen möglich, die Ehe als lebenslang „Verbündete“ zu leben: „ … bis dass der Tod euch scheidet“.

(Tipps zusammengefasst von Stefan Rüth)

SO GELINGT DIE LIEBE

Die zehn Top-Tipps für eine glückliche Partnerschaft

NEUES LEBEN hat in einer bisher einmaligen Umfrage christliche Eheberater und -beraterinnen gefragt: Was macht Partnerschaften glücklich? Was hält Paare zusammen? Wie gelingt es, eine Ehe in guten wie in schweren Zeiten zu führen? Das Ergebnis: Zehn partnerschaftliche Aufgaben gilt es zu bestehen – nicht nur einmal, sondern täglich aufs Neue. Dabei kommt es auf alle Faktoren an – die Reihenfolge stellt keine Wertung dar.



1 VERBRINGEN SIE ZEIT ZU ZWEIT


Für Frischverliebte ist es noch selbstverständlich, miteinander Spaß zu haben und das Leben zu genießen. Dabei lernen sie einander kennen und finden innerlich zueinander. Ein Ehepaar sollte aus den gleichen Gründen immer wieder Zeit zu zweit verbringen. Sonst besteht die Gefahr, sich trotz räumlicher Nähe innerlich zu entfremden. Auch ganz kleine Gesten und liebevolle Rituale helfen, das gemeinsam Erlebte zu bewahren. Die Tasse Kaffee ans Bett, der Liebesbrief im Aktenkoffer oder das tägliche Küsschen zum Abschied sind nur einige Beispiele. Werden Sie kreativ und erobern Sie Ihrem Partner immer wieder aufs Neue.

So halten Sie die Liebe fit! Bringen Sie durch gemeinsame Aktivitäten Abwechslung in Ihren Alltag. Sie sollten Spaß machen, inspirierend sein und Zeit für vertraute Gespräche ermöglichen, zum Beispiel Essen gehen, Sport, Kino, Theater, Spaziergänge, Hobbys, ein gemeinsames Bad etc. Der Sonntag bietet nicht nur Zeit für Gott, sondern auch Zeit zum Auftanken und Erholen. Nutzen Sie diesen Tag auch als Tankstelle für Ihre Ehe! Falls es Ihnen möglich ist: Machen Sie regelmäßig Urlaub, um die Seele baumeln zu lassen und unbeschwert Spaß miteinander zu haben.

Was sagt die Bibel? „Genieße das Leben mit der Frau, die du liebst, solange du dein vergängliches Leben führst, das Gott dir auf dieser Welt gegeben hat. Genieße jeden flüchtigen Tag, denn das ist der einzige Lohn für deine Mühen.“ (Prediger 9,9)



2 BLEIBEN SIE REALISTISCH

„Mach du mich glücklich und zufrieden“, lautet heutzutage die Erwartung vieler Ehepartner. Oder anders gesagt: „Entsprich du bitte genau meinem Bild eines Traummannes oder einer Traumfrau. Füll du meinen tiefen seelischen Mangel aus, dann liebe ich dich.“ Mit dieser Grundhaltung wird eine Ehe schnell scheitern. Jeder Partner muss in die Liebe investieren ohne aufzurechnen. Jeder muss selbst für die Defizite seines eigenen Lebens die Verantwortung übernehmen. Eine gute Ehe besteht nicht nur aus romantischen Erlebnissen und Glücksgefühlen, sondern zu einem erheblichen Teil aus profanen Dingen wie Hausarbeit, Terminen, Erziehungssorgen, Arbeitsplatzproblemen und vielen anderen „Kleinigkeiten“. Überhöhte Glückserwartungen führen daher oft zu tiefen Enttäuschungen! Schnell sucht man sonst nach dem nächsten Partner, der den träumerischen Ansprüchen genügen soll.

So halten Sie die Liebe fit! Machen Sie den Selbstcheck: Wie weit bin ich von überzogenen Leitbildern „infiziert“ und hege unerfüllbare Ansprüche an meinen Partner … ? Bleiben Sie offen für die Persönlichkeit Ihres Gegenübers. Ihr Mann oder Ihre Frau ist viel mehr als das Bild, das Sie augenblicklich von ihm oder ihr haben. Prüfen Sie, ob Sie die Verantwortung für mögliche Defizite in Ihrer Persönlichkeit selber tragen! Die Liebe des Ehepartners kann diese seelischen Wunden nicht heilen. Notfalls empfiehlt sich fachliche Hilfe.

Was sagt die Bibel? „Es ist erfüllender zu geben, als zu nehmen.“ (Apostelgeschichte 20,35)


3 BAUEN SIE EINE TIEFE FREUNDSCHAFT AUF


Glückliche Ehen sind auf eine tiefe Freundschaft gegründet. Warum? – Freundschaft schweißt zusammen: Freunde können sich aufeinander verlassen, helfen einander und bemühen sich, den anderen zu verstehen. Sie opfern Zeit, Kraft und Geld und halten die Treue. Das bedeutet Respekt und Achtung füreinander – selbst in Nöten wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder beim Tod eines Familienangehörigen. Paare, die eng miteinander verbunden sind, leben dieses „Wir“-Gefühl nicht nur zu besonderen Anlässen, sondern auch in den kleinen Dingen des Alltags. Auf die Dauer der Ehejahre gesehen sind gemeinsame Unternehmungen und die Pflege der Freundschaft von immenser Bedeutung.

So halten Sie die Liebe fit!
Bringen Sie regelmäßig Ihre Freundschaft in Worten zum Ausdruck. Komplimente lenken den Blick auf die Sonnenseite der Partnerschaft. Sprechen Sie offen über Ihre Energie. Fragen Sie, wo Sie Ihrem Partner Lasten abnehmen können und sagen Sie ehrlich, wann Ihr Körper und Ihre Seele eine Auszeit brauchen. Machen Sie Ihren Partner zu einem „Spielkameraden“! Vergessen Sie ab und zu getrost den Alltag und „spinnen“ Sie miteinander herum: Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie würden eine Million gewinnen. Was würden Sie beide damit machen?

Was sagt die Bibel? „Auf einen Freund kannst du dich immer verlassen; wenn es dir schlecht geht, ist er für dich wie ein Bruder [oder eine Schwester].“ (Sprüche 17,17)


4 AKZEPTIEREN SIE IHRE UNTERSCHIEDE

Eine gelungene Balance zwischen Nähe und Distanz hält die Liebe lebendig. Paare sollten einander einerseits zum „Fressen gern haben“ und sich andererseits Raum geben für eigene Entwicklungen. Mann und Frau sollten einander in der persönlichen Entfaltung und Freiheit bestärken. Denn getrennte Unternehmungen in einem eheverträglichen Maß sind eine Bereicherung und machen den Partner zu einer spannenden Person. Schließlich hat Gott jeden von uns unterschiedlich geschaffen und individuell begabt. Ein falsches Verständnis von Einheit blockiert die Entwicklung und die Gaben eines Partners und macht auf Dauer beide unzufrieden. Wie ein Baum mit einer Wurzel und zwei Stämmen brauchen beide Partner die feste Verbindung und den Raum zum persönlichen Wachsen.

So halten Sie die Liebe fit!
Mit dem Ehepartner zu leben, bedeutet nicht, ihn zu vereinnahmen. Respektieren Sie daher immer wieder neu die Eigenständigkeit des anderen. Lernen Sie Ihre jeweiligen Interessen, Hobbys und Gaben kennen. Überlegen Sie sich, wie Sie sich gegenseitig darin fördern können, ohne dass es auf Kosten der Ehe geht. Erzählen Sie sich von Ihren Erfahrungen. Finden Sie eine Ausgewogenheit zwischen eigenen und gemeinsamen Aktivitäten.

Was sagt die Bibel? „Gott hat jedem von euch Gaben geschenkt, mit denen ihr einander dienen sollt. Setzt sie gut ein, damit sichtbar wird, wie vielfältig Gottes Gnade ist.“ (1. Petrus 4,10)


5 SEIEN SIE SENSIBEL FÜR GUTEN SEX

Sex ist Ausdruck von Liebe, Nähe, Leidenschaft – und Lust ist ein Geschenk des Schöpfers. Doch für viele Ehepaare wird Sex zum Problem. Stress bei der Arbeit und Probleme zu Hause schaffen eher Frust als Lust. Sex muss deswegen als gemeinsames „Projekt“ entdeckt werden, das Freude, Zärtlichkeit, Entspannung und Gemeinschaft mit sich bringt. Sexualität gehört zum Einswerdens in der Partnerschaft und natürlich auch (aber nicht nur) zur Fortpflanzung. Dabei geht es nicht primär um die Häufigkeit, sondern um regelmäßige Begegnungen und Formen, mit denen beide Partner glücklich sind. Ehepaare entwickeln so einen gemeinsamen Sinn für den richtigen Zeitpunkt und was ihnen am meisten Lust spendet. Werden Sex und Erotik jedoch vernachlässigt, steigt die Versuchung, Befriedigung außerhalb der Ehe zu suchen – und sei es in der Phantasie.

So halten Sie die Liebe fit! Sprechen Sie offen über Ihre Bedürfnisse und Vorlieben! Falls Ihnen die Worte dafür fehlen, überlegen Sie sich verspielte Wege, ihn oder sie wissen zu lassen, wie Sie „es“ mögen. Organisieren Sie ab und zu einen außergewöhnlichen Rahmen, in dem Sie beide erotische Zweisamkeit genießen können.

Was sagt die Bibel?
„Der Ehemann soll sich seiner Frau nicht entziehen; dasselbe gilt für die Ehefrau ihrem Mann gegenüber. Die Ehefrau gibt ihrem Mann das Recht über ihren Körper, und ebenso gibt der Ehemann seiner Frau das Recht über seinen Körper ...“ (1. Korinther 7,3–5)


6 WERDEN SIE EINS


In einer Ehe sind beide Partner Originale. Gleichzeitig müssen sie aber auch zu einer Einheit werden, damit sie das Leben miteinander teilen können. Dazu gehört die Sexualität, aber noch viel mehr emotionales und geistliches Zueinanderfinden. Partnerschaftliche Nähe braucht daher mehrere Standbeine. Viele Menschen erleben Nähe besonders auf eine bevorzugte Art – zum Beispiel durch tiefe persönliche Gespräche. Andere erleben sie stärker durch gemeinsame Aktivitäten. In der Regel zieht sich ein Partner zurück, wenn er sich nicht auf seine Art dem anderen nah fühlt, was wiederum den Rückzug des anderen zur Folge hat. Deswegen sollten Paare ein Leben lang auf das Werden und Bewahren tiefer Einheit Acht haben.

So halten Sie die Liebe fit! Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit, sich neu aufeinander einzustimmen, gemeinsame Ziele anzuvisieren und zu träumen. Fördern Sie das gegenseitige Vertrauen durch Verlässlichkeit. Sie ist notwendig, um zusammenzuwachsen. Ihre Art der Liebe und emotionalen Nähe muss nicht unbedingt der Ihres Partners entsprechen. Wichtig aber ist, dass Sie die des anderen kennen und anwenden. Bücher wie „Die fünf Sprachen der Liebe“ (Gary Chapman, Francke) oder ein Ehe-Check bei einem Paarberater können Ihnen helfen, stärker zusammenzufinden.

Was sagt die Bibel? „Darum verlässt ein Mann seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.“ (1.Mose 2,24)


7 BETEN SIE MITEINANDER


Zahlreiche Studien belegen, dass der gemeinsame Glaube und die praktizierte Spiritualität eines Paares ganz wesentlich zur Stabilität der Ehe beitragen. Das hat auch mit Intimität und Bindungsfähigkeit zu tun, die bei gläubigen Menschen Studien zufolge ausgeprägter sind. Doch geistliche Einheit lässt sich nicht einfach erzeugen, sondern muss immer wieder von Gott erbeten und mit ihm eingeübt werden. Die Ehe ist eine wunderbare Möglichkeit, sich gemeinsam Gott anzuvertrauen und ihm zu dienen. Andachten, Gebet und das Leben in Gottes Nähe schaffen eine tiefe Herzensbindung und Einheit. Wenn Sie in der Liste der zehn Eheprinzipien einen Dreh- und Angelpunkt suchen: Hier ist er!

So halten Sie die Liebe fit!
Entdecken Sie Ihren gemeinsamen Weg des Glaubens: Andachtsbücher für Paare oder feste Rituale können Ihnen helfen, gemeinsame Zeit vor Gott einzuüben. Manche Gebetszeiten ergeben sich spontan. Regelmäßiges Gebet – für einander wie miteinander – sollte aber auch geplant und innerlich vorbereitet werden. Vielleicht existiert eine Hemmung, voreinander laut zu beten oder über Gott zu reden. Seien Sie daher sensibel, dass Sie einander nicht verurteilen, sondern einander verständnisvoll begleiten.

Was sagt die Bibel?
„Wenn zwei von euch hier auf der Erde darin eins werden, eine Bitte an Gott zu richten, dann wird mein Vater im Himmel diese Bitte erfüllen. Denn wo zwei oder drei zusammenkommen, die zu mir gehören, bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18,19–20)


8 VERGEBEN SIE IHREM PARTNER

Keiner ist vollkommen. Jeder Mensch macht Fehler. Und wo man miteinander lebt, wird man aneinander schuldig. Doch Vergebung sorgt dafür, dass es zwischen unvollkommenen Menschen immer wieder neu zu liebevollen Beziehungen kommen kann. Jesus schuf am Kreuz die Voraussetzung dafür, dass Menschen ein neues, verändertes Leben beginnen können. Dieser Neuanfang ist auch innerhalb einer Ehe immer wieder möglich. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Wenn die Partner zu ihren Fehlern stehen und auch die des anderen vergeben wollen, zeigt dies Größe und drückt die Bereitschaft zur Liebe aus. Ehe- und Familienleben brauchen diese Fähigkeit unbedingt. Ein Paar, dem es gelingt, nahezu jeden Tag versöhnt abzuschließen, schafft die besten Vor-aussetzungen für eine tiefe Einheit. Denn: Vergebung heilt beide Partner an Körper, Seele und Geist und macht Ihre Beziehung krisenfest.

So halten Sie die Liebe fit!
Versuchen Sie, Ihrem Partner wirklich jede Sache zu vergeben, die Ihnen geschadet und wehgetan hat. Werden Sie nach Möglichkeit konkret! Bemühen Sie sich, „sauber“ zu vergeben: Lassen Sie Verletzungen bewusst los, damit nichts bei nächster Gelegenheit aufgekocht werden kann. Bekennen Sie gemeinsam im Gebet Ihre Schuld auch vor Gott. Vergeben Sie nicht einfach, um Konflikte zu vermeiden, sondern um sie zu lösen!

Was sagt die Bibel?
„Seid freundlich und mitfühlend zueinander und vergebt euch gegenseitig, wie auch Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat.“ (Epheser 4,32)


9 ÜBEN SIE FAIRE UND AUFBAUENDE KRITIK


Konflikte sind in einer Ehe nicht zu vermeiden. Wenn man in einer Auseinandersetzung jedoch richtig miteinander umgeht, kann sie das Eheband auch stärken. Denn konstruktiv ausgetragene Konflikte sind nicht das Symptom einer Störung, sondern Zeichen einer gelungenen Beziehung. Ständige Konfliktvermeidung und Aggressionen hingegen wirken beziehungsstörend. Aufrichtige Korrektur ist deswegen als Dienst an der Beziehung zu verstehen und nicht einfach nur Ventil für unbewältigten Frust. Pauschalkritik, Nörgelei oder Totschweigen hingegen bewirken nur taube Ohren, Ablehnung, Härte und Distanz. Wer als Mensch reifen will, braucht von Liebe geprägte Korrektur. In der Ehe können Partner auf diesem Weg aneinander reifen.

So halten Sie die Liebe fit! Behalten Sie bei einem Streit die elementaren Regeln für konstruktives Sprechen und aufmerksames Zuhören bei. Bleiben Sie fair! Bitten Sie Ihren Partner von Zeit zu Zeit, Sie zu korrigieren, wo andere unter Ihren Launen und Schwächen leiden. Gedankenloser Ärger kann vieles zerstören. Beim Streit muss einer anfangen, die gegenseitigen Attacken zu unterbrechen, indem er aufhört, Verletzungen zu rächen.

Was sagt die Bibel?
„Vergeltet nicht Böses mit Bösem, bleibt freundlich, auch wenn man euch beleidigt, und bittet Gott um seinen Segen für den anderen. Denn ihr wisst ja, dass Gott auch euch dazu berufen hat, seinen Segen zu empfangen.“ (1. Petrus 3,9)


10 HÖREN SIE EINANDER GUT ZU


In vielen Ehen sind weder Sex, noch Arbeit, noch die Kinder das Problem, – sondern der Mangel an Gesprächen, an liebevollem Hinhören, an bewusstem Anteilgeben und Erzählen. Man nimmt sich nicht die Zeit dafür. Im täglichen Austausch geht es meist um Informationen. Liebe wird jedoch erhalten oder neu geweckt, wenn man voreinander das Herz offenbart und an den Sorgen und Freuden des Partners Anteil nimmt. Durch Gesprächsmangel jedoch entfremdet man sich – Probleme bleiben dann oft jahrelang unausgesprochen. Nicht umsonst heißt es: Reden macht vieles leichter. Regelmäßige einander zugewandte Kommunikation gehört nachweislich zu den wichtigsten Aufgaben der Partnerschaft. Sie hat sehr großen Einfluss auf das Gelingen der Beziehung.

So halten Sie die Liebe fit! Versuchen Sie, sich täglich Zeit zu nehmen, um miteinander zu reden und zu beten. Ein kleiner Abendspaziergang um den Häuserblock kann zum Beispiel helfen, das eine oder andere zu besprechen. Planen Sie Gespräche auf Herzensebene ein, z. B. eine halbe Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen und einem gemeinsamen Abend pro Woche. Üben Sie sich dabei in größerer Offenheit. Halten Sie auch in Krisen am Gespräch fest. Probleme, faires Streiten, Diskussionen und Konfliktlösungen gehören mit zur „Ehegesprächskultur“.

Was sagt die Bibel? „Jeder freut sich, wenn er treffend zu antworten weiß – wie gut ist ein wahres Wort zur rechten Zeit.“ (Sprüche 15,23)